vlnr: Horst Wilke, Friedrich Theile, Andrea Theile, Heinrich Zölzer, Norbert Scheele, Klaus Bangert, Gerhard Behle und Brigitte Schoen vor dem roten Melkroboter (hinter Horst Wilke)
Eine weitere Besichtigung führte die FWG Diemelsee auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Friedrich und Andrea Theile in Adorf durch. Der Strukturwandel hat sich insbesondere in der Landwirtschaft in den letzten Jahren bemerkbar gemacht. In der Milchviehwirtschaft sind frühere Familienbetriebe mit 30-40 Kühen heute kaum noch überlebensfähig. Immer größere Einheiten müssen gebildet werden, um den Kostendruck durch sinkende Erlöse auf der einen und wachsende Betriebskosten auf der anderen Seite zu entgehen.
Die FWG unterstützt die Forderungen der Landwirtschaft, dass Grundlagen für eine langfristige Betriebsplanung fest verankert und nicht beliebig verändert werden dürfen. Die Aussetzung der Mittel für die Feldwegeunterhaltung in Höhe von 15.000 € soll nur einmalig in diesem Jahr aufgrund der schlechten Haushaltslage erfolgen. Viele Arbeiten der Ernteeinbringung (Silage) oder Gülleausbringung erfolgen heute durch Lohnunternehmer. Die Größe der Arbeitsmaschinen wächst ständig, daher ist es zwingend erforderlich, die Wirtschaftswege sowohl in der Breite als auch im Unterbau dem heutigen Anforderungen anzupassen. Feld- und Wirtschaftswege haben für die Landwirte die gleiche Bedeutung wie Bundesstraßen und Autobahnen für Speditionen.
Friedrich und Andrea Theile haben im letzten Herbst ihren Milcherzeugungsbetrieb auf ca. 130 Milchkühe erweitert und die konventionelle Melkanlage durch zwei Melkroboter der neuesten Generation sowie einen 12.000 Liter Milchtank ersetzt. Jedes Tier ist durch einen Sender am Halsband individuell erfasst, geht eigenständig in den Melkstand und wird 3 mal innerhalb von 24 Stunden gemolken. Vor jedem einzelnen Melkvorgang werden die Euter automatisch gereinigt und das Melkgeschirr desinfiziert. Störungen werden umgehend auf ein Handy weitergeleitet. Die Computerüberwachung zeichnet nicht nur die Milchleistung der einzelnen Tiere auf, sondern gibt auch genaue Auskunft über deren Gesundheitszustand. Nach einer Eingewöhnungsphase und die Änderung von 2 auf 3 Melkzeiten am Tag haben fast alle Tiere die Umstellung gut angenommen. Zum Schluß der Besichtigung zog Friedrich Theile erfreut das Fazit: „Die Arbeitsabläufe auf dem Hof sind wesentlich leichter geworden und endlich können wir auch mal ausschlafen“.