Vorstand und Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Waldeck-Frankenberg (FWG) trafen sich am vergangenen Samstag zur Haushaltsklausur. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung gestellten Daten über die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen diskutiert.

„Die FWG sieht aufgrund der von der Kassenärztlichen Vereinigung freundlicherweise zur Verfügung gestellten Daten die Frage, ob die Menschen in Korbach häufiger als anderswo an Atemwegserkrankungen leiden, als hinreichend geklärt an“, fasst Kreisvorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (Korbach) das Ergebnis der Diskussion zusammen. Korbach gehöre danach zu den Kommunen mit den niedrigsten Erkrankungsraten im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

„Für die FWG-Kreisfraktion gibt es deshalb auch keine Rechtfertigung mehr dafür, auf Kosten der Steuerzahler noch weitere Gutachten einzuholen“, stellte Fraktionsvorsitzender Wilhelm Arnold (Diemelsee-Sudeck) klar. Der Landkreis sei seiner Verantwortung für die Gesundheit seiner Bevölkerung gerecht geworden. Er sei dem durch die Antworten der Eltern zu den begleitenden Fragen der Schuleingangsuntersuchungen ausgelösten Verdacht durch Beauftragung der Kinderstudie zu Umwelt und Gesundheit von Prof. Dr. Ranft konsequent nachgegangen und habe die durch die Studie erzeugte Vermutung, dass insbesondere die Korbacher Kinder besonders häufig an Atemwegserkrankungen leiden, zum Anlass für weitere Aufklärung genommen. „Die nun vorliegenden Daten der Kassenärztlichen Vereinigung, die auf den tatsächlichen Diagnosen (ICD-Kodierungen) der Waldeck-Frankenberger Ärzte beruhen, bieten eine Sicherheit für die Beurteilung der Häufigkeit von Atemswegserkrankungen, die uns kein weiteres Gutachten und keine weitere Untersuchung einzelner Bevölkerungsgruppen bieten kann“, kommentierte Kai Schumacher (Korbach) die Zahlen. In die Auswertung der Kassenärztlichen Vereinigung seien schließlich alle Daten der gesetzlich Versicherten im Landkreis eingeflossen, die etwa 90% der Gesamtbevölkerung ausmachten. Eine derart breite Datengrundlage sei mit keiner anderen Untersuchung zu erreichen.

„Davon zu trennen“, so Kreisvorsitzender Niederstraßer abschließend, „ist die Frage der Luftqualität und insbesondere der Überwachung des Industrieheizkraftwerkes“. Für beides sei aber der Landkreis Waldeck-Frankenberg nicht zuständig und auch nicht kompetent. Die FWG erwarte hier angesichts der in der Vergangenheit aufgetretenen Störfälle und der dabei zutage getretenen Mängel auf seiten des Betreibers vom Regierungspräsidium eine engmaschige Begleitung.