Endlich mehr Schutz

Informierten sich: Die Volkmarser FWG samt Kreistagsfraktion und Vorstand hatte zum Besuch an den Damm eingeladen.


220 Meter lang, 4,50 Meter breit und zehn Meter hoch: Das sind die Maße des Staumdammes, der sich bei Ehringen über der Erpe erhebt. Ein Bauwerk, das die Ehringer seit Jahrzehnten herbeisehnen und das nun so gut wie fertig ist. Einweihungstag ist der 17. Oktober.

Kein Hochwasser hat die Bauarbeiten während der vergangenen zwei Jahre gefährdet – und nun braucht man auch weniger Angst davor zu haben. Zu oft waren die Menschen des Erpedorfs schon von den Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen worden. Schwillt der Bach durch starken Regen an, werden in Zukunft Damm und Rückhaltebecken für Schutz sorgen.

Das Auslassbauwerk, mit seiner ganzen Technik laut Stauwärter Andreas Richter Kernstück der Anlage, macht dann die Schotten praktisch dicht und lässt nur so viel Wasser durch, wie es für den Unterlauf der Erpe zuträglich ist. Das Fassungsvermögen des Beckens beträgt 1,43 Millionen Kubikmeter: Würde man das in Tanklastwagen umfüllen und die hintereinander aufreihen, ergäbe das eine Wagenschlange von Ehringen bis nach Paris.

Das Stauziel des Beckens liegt bei 210 Metern (über dem Meeresspiegel). Eichenpfosten sollen Treibgut aufhalten. Konzipiert ist das Betonbauwerk, über das sich junges Gras zieht, für eine 75-jährige Flut. Also für Wassermassen, wie sie statistisch betrachtet alle 75 Jahre vorkommen. Doch auch die Auswirkungen eines 100-jährigen Hochwasser können künftig abgemildet werden, erklärt Andreas Richter. Der Mitarbeiter des Hessischen Wasserverbandes Diemel, dessen Arbeitsplatz das neu entstandene Gebäude voller Steuerungs- und Kontrollgeräte ist, ist für Technik sowie Pflege und Wartung der Anlage zuständig.

Wie funktionstüchtig und dennoch naturbelassen der Ort ist, davon machte sich die Volkmarser FWG am Montag ein Bild. Gemeinsam mit der Kreistagsfraktion samt Vorsitzendem Peter Niederstraßer hatten die Freien Wähler zu einem Besuch am Damm eingeladen. Zu sehen war dabei auch, dass durch verbreiterte Wege den Landwirten, entgegen der Befürchtungen, ein einwandfreier Ab- und Zugang möglich ist. Von den Kosten berichtete Bürgermeister Hartmut Linnekugel: Das Bauvolumen liegt bei acht Mio. Euro; 80 Prozent Zuschuss kommmen vom Land. Die Stadt Volkmarsen gibt 600 000 Euro, der Landkreis 200 000 Euro.

Die baldige Einweihung freute vor allem den stellvertretenden Ortsvorsteher Peter Siebert: „Wir sind sehr dankbar.“ Einweihung am Freitag, 17. Oktober, 15 Uhr. Tag der offenen Tür am 18. Oktober.

Quelle: HNA vom 11.09.2008

Angst ade: Das Hochwasser-Rückhaltebecken an der Erpe bietet den Ehringern den lang ersehnten Schutz vor den Fluten. Stauwärter Andreas Richter hat das Bauwerk von Anfang an begleitet. Fotos: Lerner Bald fertig: Noch rollen die Bagger am Staudamm bei Ehringen. Zum Einweihungstag am 17. Oktober soll alles fertig sein.

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