Ehrung für verdiente FWG-Mitglieder: Günter Stubbe (links) erhielt die silberne, Karl Ueberhorst (r.) die goldene Ehrennadel. Der wiedergewählte Kreisvorsitzende Peter Niederstraßer gratulierte den beiden am Samstag in Herzhausen. (Foto: pfa)

FWG-Kreisvorstand bestätigt - Thema Kreiskrankenhaus

Niederstraßer will eine „Fusion auf Augenhöhe“

VÖHL-HERZHAUSEN (pfa). Auf ihren Erfolg bei der Kommunalwahl vor einem Jahr haben die Freien Wähler bei ihrer Mitgliederversammlung in Herzhausen zurückgeblickt. Die dort abgehaltenen Wahlen zum Kreisvorstand bestätigten die bisherige FWG-Spitze geschlossen. Peter Niederstraßer bleibt damit Vorsitzender des Verbandes auf Waldeck-Frankenberger Ebene.

Die Mitgliöder bestätigten Niederstraßer bei eigener Enthaltung ebenso einstimmig wie die übrigen Mitglieder des FWG-Kreisvorstandes: Egbert Blanc (Frankenberg), Klaus Teppe (Volkmarsen), Hubert Thorwirth (Korbach) und Eberhard Diebel (Waldeck) sind auch in den nächsten zwei Jahren die stellvertretenden Vorsitzenden. Kassierer bleibt Gerhard Germann (Waldeck), sein Stellvertreter Herbert Scholl (Haina) wurde ebenfalls bestätigt. Im Amt des Geschäftsführers wollen die FWG Mitglieder weiterhin, Horst Krestel (Korbach) sehen. Künftig gibt es elf statt bisher sieben Beisitzer.

Zufrieden blickte der alte und neue Vorsitzende Niederstraßer (Korbach) auf die Kommunalwahl vor einem Jahr zurück. Man habe das "gute Ergebnis" von 2001 nochmals verbessert und sei erneut als drittstärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. Allen, die mit den verschiedenen Aufgaben ihren Anteil am Erfolg gehabt hätten, dankte der Kreisvorsitzende am Samstag. Auch weiterhin werde somit die Kommunalpolitik in Waldeck-Frankenberg nicht "ausschließlich von den Parteien bestimmt". Weniger erfreulich sei es gewesen, dass die CDU nach der Wahl zunächst mit der SPD Koalitionsgespräche geführt habe. Auch wenn es nicht zu dieser Konstellation gekommen sei, "bleibt ein bitterer Nachgeschmack".

Niederstraßer nahm auch Stellung zur aktuellen Diskussion um die Zukunft des Kreiskrankenhauses in Frankenberg. Auch wenn die Klinik "in einer schwierigen Lage ist", so trete die FWG nach wie vor für eine kommunale Trägerschaft ein. Im übrigen rate ein Gutachten von einer Privatisierung ab. "Wir werden darauf dringen, dass CDU und FDP die Koalitionsvereinbarung einhalten, in der wir den Erhalt der kommunalen Trägerschaft als Ziel formuliert haben", sagte der FWG-Chef. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer "Fusion auf Augenhöhe".

Der Kreisvorsitzende sprach in Herzhausen auch das Thema Landtagswahl 2008 an. Man habe sich im Kreis gegen eine Beteiligung an der Wahl ausgesprochen, die Freien Wähler Hessen sei jedoch dafür. "Wir sollten die Entscheidung des Landesdelegiertentages akzeptieren", sagte Niederstraßer vor rund 50 Anwesenden. Alle Ortsverbände sollten nun ermittein, ob es mögliche Kandidaten gebe. Zwei Bewerber sollten bis zum Sommer benannt werden, riet der stellvertretende Landesvorsitzende der Freien Wähler, Bernd Häfner (Kassel). In seinem Grußwort ging er auf das gute Ergebnis der vergangenen Kommunalwahl ein:
"Die nordhessischen Nachbarn können stolz sein auf die FWG Waldeck-Frankenberg". Häfner appellierte zu mehr Zusammenhalt innerhalb der Organisation in Nordhessen.

Der Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Wählergemeinschaft, Wilhelm Arnold (Diemelsee), blickte auf fünf Kreistagssitzungen mit 95 Tagesordnungspunkten im vergangenen Jahr zurück. Als "herausragendes Thema" nannte Arnold dabei das Kreiskrankenhaus. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem "klaren Koalitionsbruch", den Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) begangen habe, als er - ohne Information des Partners FWG - mit einem Dringlichkeitsantrag im Kreistag einen Ausschuss zur Akteneinsicht gefordert habe. Dies habe "tiefes Misstrauen" bei den Freien Wählern ausgelöst. Weiteres wichtiges Thema auf Kreisebene sei der Erhalt der Schulen, solange dies sinnvoll und machbar sei. "Hier werden wir kämpfen bis zum Letzten", sagte Fraktionschef Arnold.

Die langjährigen FWG-Mitglieder Karl Ueberhorst (Dorfitter) und Günter Stubbe (Marienhagen) nahmen am Samstag Ehrungen des Kreisverbandes entgegen: Die goldene Ehrennadel erhielt Ueberhorst für 25-jährige Tätigkeit in der Gemeindevertretung.
Niederstraßer bezeichnete ihn als eine Institution. Der Vorsitzende der FWG-Vöhl ist auch Fraktionsvorsitzender.
Günter Stubbe bekam die silberne Ehrennadel für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der FWG.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung