Der Vorschlag der Bürgermeister Klaus Friedrich (Korbach) und Christian Engelhardt (Frankenberg), die Grundschulen in die Trägerschaft der Kommunen zu geben, stößt bei der FWG Waldeck-Frankenberg auf Ablehnung.„Wenn schulpolitische Entscheidungen von der Finanzstärke und den finanzpolitischen Überlegungen der Kommunen abhängen, besteht die große Gefahr, dass sich eine heterogene Schullandschaft entwickelt, die nicht mehr gleiche Lernbedingungen für alle Kinder des Landkreises vorhält„, erklärte Norbert Specht, schulpolitischer Sprecher der FWG-Kreis-tagsfraktion. Dies würde nach Auffassung der Freien Wähler auch den Bestand kleinerer Schulstandorte massiv gefährden.

Eine Bildungspolitik nach Kassenlage einer Kommune dürfe es im Sinne der Chancengerechtigkeit nicht geben.Als ein Argument für Grundschulen in kommunaler Trägerschaft werde die Kooperation mit den Kindergärten genannt. Sicherlich könnten die im „Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen„ aufgeführten Grundsätze, Prinzipien und Ziele nur in enger Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen erreicht werden.

Für die pädagogisch sinnvolle Kooperation, so die FWG, sei es allerdings nicht zwingend notwendig, dass beide Einrichtungen einen gemeinsamen Träger haben.Die Sichtweisen der Kommunen und des Kreises seien generell unterschiedlich. Während die Kommunen lediglich ihre Schulen im Blick hätten, trage der Landkreis die Verantwortung für alle Grundschulen. Dies führe zu vergleichbaren Standards in der räumlichen und materiellen Ausstattung.„Deshalb setzt sich die FWG-Kreistagsfraktion ausdrücklich dafür ein, dass die Trägerschaft für die Grundschulen weiterhin beim Landkreis verbleibt„, sagte Fraktionsvorsitzender Wilhelm Arnold.

Nur so seien auch in Zukunft gleiche Rahmen- und Lernbedingungen für alle Kinder gewährleistet.Wenn Städte und Gemeinden darüber hinaus Finanzmittel zur Verfügung stellen wollten, würden die Schulleiter das Geld sicher gern zur Verbesserung des eigenen Schulprofils (musikalische Grundschule, Umweltschule, Schule und Gesundheit, Sozialarbeit) einsetzen, ist sich die FWG sicher.(r)

Quelle: WLZ-FZ vom 05.02.2010