Als hilflosen und durchsichtigen Versuch, frühen Landtagswahlkampf gegen die Freien Wähler zu betreiben, wertet die Freie Wählergemeinschaft Waldeck-Frankenberg die Aufforderung der Bad Wildunger FDP, der FWG-Kreisvorsitzende möge „als Führer einer landespolitisch agierenden Formation“ in Sachen Energiepreisaktion Einfluss auf den FWG-Ortsverband Bad Wildungen nehmen, um seiner landespolitischen und sachpolitischen Verantwortung gerecht zu werden.
„Herr Schulz als Mitglied einer politischen Partei wird es nicht verstehen, aber ich werde mir lieber die Zunge abbeißen, als einem unserer Ortsverbände ungefragt gute Ratschläge zu erteilen“, kommentiert FWG-Kreisvorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (Korbach) den Vorstoß der FDP.
Für die FDP Bad Wildungen scheine es etwas Normales zu sein, Weisungen von ihrem Kreisverband zu empfangen. Der FWG-Kreisverband mische sich dagegen grundsätzlich nicht in die Belange seiner Ortsverbände ein, stehe diesen aber gern mit Rat und Tat zur Seite, wenn dies gewünscht sei. Die FWG sei eben anders als die politischen Parteien. Daran ändere auch der - gegen die Stimmen der FWG Waldeck-Frankenberg - gefasste Beschluss der Landesdelegiertenversammlung der Freien Wähler Hessen vom 4. November dieses Jahres in Groß-Gerau nichts, an der Landtagswahl 2008 teilzunehmen. „Im Gegenteil“, so Niederstraßer weiter, „gerade in diesem Zusammenhang zeigt sich der Unterschied der Freien Wähler zu den Parteien, denn wir mussten auf Landesebene extra eine besondere Wählergruppe bilden, weil unser Landesverband mangels geeigneter Struktur nicht zur Landtagswahl zugelassen würde.“ Das für das Verhältnis des FWG-Kreisverbandes zu seinen Ortsverbänden Gesagte gelte entsprechend für das Verhältnis des FWG-Landesverbandes zu seinen Kreisverbänden.
